Burgen im Großen Lautertal

Das landschaftlich und kulturgeschichtlich reizvolle Tal der Großen Lauter inmitten der Schwäbischen Alb zählt zu den burgenreichsten Regionen Südwestdeutschlands. Zwischen der Quelle bei Offenhausen und der Mündung bei Lauterach zählt man nicht weniger als 20 Burgen und Burgstellen, außerdem noch zwei vorgeschichtliche befestigte Anlagen.

So vielgestaltig die Geschichte der Burgen ist, so vielgestaltig zeigen sich die Anlagen den Besuchern heute. Auf dem Münsinger Stadtgebiet können folgende Burgen besichtigt werden:

Burg und Schloss Buttenhausen

Reste der mittelalterlichen Burgmauer verbergen sich in der heutigen Friedhofsmauer des christlichen Ortsfriedhofs über der Michaelskirche. Von hier aus bietet sich ein interessanter Blick über das Tal. Gegenüber ist der jüdische Friedhof des Orts zu sehen, talaufwärts der Kappelberg, auf dem sich eine weitere Burgstelle befinden könnte.
Der Friedhof mit seiner mittelalterlichen Mauer ist ebenso Teil des ausgeschilderten geschichtlichen Rundgangs Buttenhausen wie das um 1816 errichtete klassizistische Schlossgebäude der Barone von Weidenbach, heute Verwaltungssitz der diakonischen Einrichtung Landheim Buttenhausen. Das Gebäude in der Wasserstetter Str. 4 mit der zugehörigen Quellfassung am Rossbach kann nur von außen besichtigt werden.
Die Familiengrablege von Buttenhausens letztem Adelsgeschlecht befindet sich ebenfalls auf dem christlichen Friedhof.

 

Hohenhundersingen

Der Lautertalort besitzt am südlichen Ortsausgang mit Burg Hohenhundersingen einen markanten und hervorragend erhaltenen spätstauferzeitlichen Buckelquaderbergfried. Die Burg kann auf ausgeschilderten Wanderwegen des Schwäbischen Albvereins vom Friedhof oder der Schlossrainstraße (Bushaltestelle Alte Post) aus erreicht werden und ist frei begehbar. Zur Albhochfläche hin ist heute noch im Gelände eine mächtige doppelte Wall-Graben-Anlage zu sehen, die als Vorwerk diente.
 
Die Fördergemeinschaft Burgruine Hohenhundersingen e.V. unterstützt die Stadt als Eigentümerin bei dem Erhalt und der Erforschung der Anlage. Eine Informationstafel unterhalb des Bergfrieds erläutert die Geschichte der Burg.
Weitere Informationen: http://www.hohen-hundersingen.de/ 

 

Bichishausen

Die sehr gut erhaltene und baulich gesicherte Anlage des 13.-16. Jahrhunderts ist ein schönes Beispiel für eine Schildmauerburg des späten Mittelalters. Eine solche besonders hohe und starke Mauer sicherte diese Burg eines Zweigs der Herren von Gundelfingen zur Bergseite hin. Bei Sanierungsarbeiten durch den Landkreis Reutlingen 1973/74 konnten überdies die Reste eines qualitätvollen Buckelquaderbergfrieds der Stauferzeit aufgedeckt werden. Die Anlage kann bequem in wenigen Gehminuten vom Ort aus erreicht werden. Eine Orientierungstafel informiert über die Geschichte der frei begehbaren Feste, die erstmals 1296 in den Schriftquellen erscheint.
In der barocken Pfarrkirche Bichishausens St. Gallus hat sich das Epitaph mit heraldischer Ahnenprobe des letzten Burgherren und seiner Gattin erhalten: Heinrich Treisch von Buttlar, einst kaiserlicher Rat und Teilnehmer an den Türkenkriegen, fand im stillen Lautertal 1541 seine letzte Ruhe. Seine Frau Anna, geborene Truchsessin von Ringingen, starb 1545. Danach gelangte die Burg auf dem Erbweg an das Haus Fürstenberg. Dessen Farben blau-weiß-rot zieren neben dem württembergischen schwarz-gelb heute das Buswartehäuschen an der Lautertalstraße, das so an die alte Landesgrenze erinnert und keineswegs, wie man meinen könnte, etwas mit Frankreich zu tun hat!

Niedergundelfingen

Den klangvollsten Namen besitzt der südlichste Münsinger Stadtteil. Die 1105 erstmals genannten Herren von Gundelfingen gehörten dem Hochadel an und spielten bis zu ihrem Aussterben im 16. Jahrhunderts immer wieder eine wichtige Rolle in der Geschichte des Landes.
Gleich zwei Burgen haben sich hier erhalten. In Privatbesitz und nur von außen zu besichtigen ist die auf dem Schloßberg gelegene Burg Niedergundelfingen mit der barocken Burgkapelle St. Michael.
Weitere Informationen: www.burg-niedergundelfingen.de 

Hohengundelfingen

Auf der anderen Talseite thront hoch über der Lauter der Hohengundelfingen mit dem mächtigen, über 10 m hohen Buckelquaderbergfried der Stauferzeit. Hohengundelfingen war sicher nicht die älteste und damit die Stammburg des berühmten Geschlechts, doch erscheint sie heute als imposanteste der mittelalterlichen Adelsburgen im Lautertal. Auch nach ihrem schrittweisen Verfall ab dem 14./15. Jahrhundert wurde sie immer wieder bewohnt, angeblich auch von den Mönchen des Klosters Zwiefalten bei den Bauernkriegsunruhen 1525.
Die Anlage wurde 1949-1965 durch den Ulmer Fabrikanten Hans Römer ausgegraben und saniert und befindet sich heute im Besitz der Dorothea-Römer-Stiftung. Die Burg ist frei zugänglich und bietet einen herrlichen Rundblick über das Lautertal und die benachbarten Festen Hohenhundersingen, Niedergundelfingen und Derneck. 
Weitere Informationen: www.hohengundelfingen.de