Geschichte des Areals und Museum

Im Jahr 1895 als Übungsplatz für das XIII. (Königlich Württembegrische) Armeekorps entstanden.

Das 1806 entstandene Königreich Württemberg trat im Jahr 1870 einer Militärkonvention mit Preußen, im Jahr darauf dem neu gebildeten Deutschen Reich bei. Damit wurde die württembergische Armee Teil des Reichsheeres, wobei sich Württemberg wie Sachsen und Bayern eine eigenständige Militärverwaltung vorbehielt.

Die taktische und waffentechnische Modernisierung, die dem Muster Preußens folgte, erforderte für Übungen größerer Verbände bis Divisionsstärke, für das Zusammenspiel unterschiedlicher Waffengattungen und zur Erprobung weit tragender Geschütze großflächige Übungsplätze. Von den 21 bis 1902 entstandenen deutschen Truppenübungsplätzen entstanden allein zwölf zwischen 1891 und 1896, darunter im Jahr 1895 auch der Übungsplatz für das XIII. (Königlich Württembegrische) Armeekorps bei Münsingen.
Der Grund für die Anlage auf der Schwäbischen Alb lag wohl in erster Linie in den begrenzten Geldmitteln begründet. Eine weitgehend siedlungsleere Sondermarkung, das Münsinger Hardt, umfasste mit 1100 Hektar fast ein Drittel des schließlich 3666 Hektar großen Platzes. Damit blieb der Münsinger Übungsplatz deutlich hinter der Idealgröße von knapp 6000 Hektar zurück. Von Bedeutung war die Errichtung der Unterkunft für die übenden Truppen, dem zwischen Auingen und Böttingen gelegenen Barackenlager 1897. Das jedes Jahr von weit über 30.000 Soldaten belegte Lager hatte die Bildung einer auf die Bedürfnisse der Soldaten und Offiziere abgestimmten Siedlung, dem sogenannten Vorlager, zur Folge. Es entstanden ein Hotel, zahlreiche Gaststätten, das „Christliches Soldatenheim“ und einige weitere Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe.
Ab 1937 wurde der Truppenübungsplatz wesentlich vergrößert. Dafür wurde ein ganzes Dorf, Gruorn im Westen des Platzes, umgesiedelt. Auch der Nachbarort Trailfingen musste die Hälfte seiner Gemarkung abgeben. Der nun 6700 Hektar große Platz wurde 1942 zum gemeindefreien Heeresgutsbezirk erklärt. Kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kam der Truppenübungsplatz unter französische Verwaltung. 1960 wurde eine Vereinbarung über eine je hälftige Nutzung von Bundeswehr und französischen bzw. weiteren NATO-Truppen geschlossen. Der Fall des Eisernen Vorhangs zeitigte 1992 den Abzug der französischen Soldaten, die Strukturreform der Bundeswehr schließlich 2005 nach 110 Jahren das Ende der militärischen Nutzung.
Bei den Überlegungen zur Bildungen eines Biosphärengebiets Schwäbische Alb kommt dem ehemaligen Truppenübungsplatz als großflächigem, nicht zerschnittenem Ausschnitt der Alblandschaft eine zentrale Bedeutung zu. Weidenutzung auf den weiten Offenlandflächen schließt an die jahrhundertealte Tradition des Münsinger Hardts an. Vielfach haben sich vor- und frühgeschichtliche Bodendenkmäler erhalten, darunter mit dem Dorf Gruorn eine Dorfwüstung des 20. Jahrhunderts, die mit der mittelalterlichen Stephanuskirche zudem ein bemerkenswertes Baudenkmal aufweist.