Geschichtlicher Rundgang Münsingen

Der Geschichtspfad wurde 2006 eingerichtet und führt zu einer Auswahl historisch bedeutsamer Plätze und Gebäude der Stadt. Geführte Rundgänge in Münsingens historischer Altstadt bietet die Touristik Information im Rahmen einer Stadtführung an.

Tauchen Sie mit uns ein in die bewegte Geschichte unserer Stadt Münsingen im Biosphärengebiet Schwäbische Alb.

Start: Marktplatz 1 - Altes Rathaus

1496 Pfründhaus der Münsinger Bruderschaft aller gläubigen Seelen. Nach der Reformation (1534) überließ der Herzog von Württemberg das Haus der Stadt gegen die Verpflichtung, Geräte zur Jagd hier aufzubewahren und seine Jagdgesellschaften zu bewirten.

Um 1550 Errichtung des heutigen Gebäudes als Rathaus der Stadt. Der schlichte Fachwerkgiebel wurde bei seiner Freilegung 1937 durch Zierteile, die dem Gebäude Schlosshof 1 nachempfunden sind, ergänzt. Im Erdgeschoss offene Arkaden aus Tuffstein, um 1942 entlang der Salzgasse ergänzt.
An der Südseite Sonnenuhr des Malers Kurt Zeh von 1952 mit einem Zitat aus Conrad Ferdinand Meyers (1825-1898) ‚Huttens letzte Tage‘:
[...] Stund’ um Stunde zeigt / die Uhr, die doch die letzte Dir verschweigt
Im Gebäude im 1. Stock gotische Steinplastik des hl. Christophorus von ca. 1500, zuvor an der Außenseite des Gebäudes über dem bis ins 19. Jahrhundert vorhandenen Rathausbrunnen angebracht.
Sitz der Stadtverwaltung bis 1937 und 1945-1973, jetzt Volkshochschule und Stadtarchiv.

Bachwiesenstr. 7 - Neues Rathaus

Rathaus

1935-1937 erbautes Rathaus und Kreisverbandsgebäude. Das symmetrisch errichtete Verwaltungsgebäude diente ursprünglich dem Kreisverband als kommunalem Teil des Landkreises Münsingen und der Stadtverwaltung. Das Reutlinger Büro Ehmann und Staiger entwarf das Haus im ‚Heimatstil‘, der durch die Verwendung von Tuffstein und die Ausführung der Obergeschosse in Sichtfachwerk die Pflege alter Handwerkskunst ebenso wie Heimatverbundenheit ausdrücken sollte. Die Wuchtigkeit des Daches ist ein weiteres Kennzeichen des Behördenbaus der NS-Zeit.

1945 Sitz der französischen Militärregierung, nach 1950 schrittweise wieder vom Landkreis Münsingen übernommen.
Seit der Auflösung des Kreises 1972 Sitz der Stadtverwaltung.
An der Südseite die Wappen der Stadt Münsingen und des Landes Württemberg-Hohenzollern.

Bahnhofstraße - Bahnhofsensemble

Alb-Bahn-25

1893 errichtetes Verwaltungsgebäude mit Wartehalle und Güteranbau für die Bahnlinie Reutlingen-Münsingen. Das Gebäude gehört zu den in Württemberg für Nebenbahnen üblichen Einheits-Typen im ansprechenden Chaletstil der Gründerzeit. Nach langen Auseinandersetzungen um die Trassenführung zwischen Ermstal und Echaztal erfolgte der Bahnanschluss Münsingens 1892-1893 über eine Zahnradbahn bei Lichtenstein-Honau. 1901 wurde die Strecke nach Schelklingen fortgeführt. Nach Einstellung des Personenverkehrs 1969 drohte in den 1990er Jahren wegen des Abzugs der Bundeswehr von den Standorten auf der Alb auch noch die Aufgabe der Bahnlinie selbst. Im Jahr 2000 erwarb die Stadt Münsingen den Bahnhof. Im Anschluss sorgte der Verein Schwäbische Alb-Bahn für eine Belebung und das Gebäudes wurde saniert und zum Informationszentrum ‚Reiseziel Natur‘ ausgebaut. Der Münsinger Bahnhof ist mit der Bahnlinie Kleinengstingen-Münsingen und allen bahntechnischen Anlagen ein als Sachgesamtheit eingetragenes Kulturdenkmal. Im Gebäude befindet sich ein historisches Kurbelstellwerk von 1907.

Marktplatz - Marktbrunnen

Stadtbrunnen Münsingen

Einstiger „Großer Brunnen“ mit Brunnensäule der Renaissance (um 1600), in Teilen erneuert. Auf der Spitze steht ein Löwe als Wappenhalter mit dem württembergischen Stammwappen (3 Hirschstangen). Spuren weiterer Wappen befinden sich am Brunnentrog.

Münsingen verfügte einst über mehrere öffentliche Brunnen, die von den Quellen am Hungerberg gespeist wurden. Diese Besonderheit auf der wasserarmen Alb war eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Anlage einer Siedlung an dieser Stelle. In Zeiten der Wasserknappheit kamen deshalb auch Einwohner benachbarter Dörfer in die Stadt.
Um den Brunnentrog liegt heute ein Pflaster aus dem sogenannten Böttinger Bandmarmor, der als Schmuckstein bis ins 20. Jahrhundert abgebaut wurde.
Neben dem Brunnen befand sich das bereits im Mittelalter erwähnte Münsinger Badhaus (Marktplatz 4), das bis ins 17. Jahrhundert betrieben wurde. Das Gebäude wurde 1909 durch Brand zerstört.
Beim Brunnen Hotel-Gasthof Herrmann, 1821 erbaut und nach der Gastwirtsfamilie Herrmann in Münsingen benannt. Seit 1893 in Besitz der Familie Autenrieth. Moderner Ausleger mit Familienwappen Autenrieth sowie Pflug und Äskulapstab als Hinweis auf die mit dem Gasthaus stets verbundene Landwirtschaft sowie auf die einstigen Besitzer, die Oberamtstierärzte August und Karl Ernst Herrmann.

Kirchplatz - Martinskirche

Evangelische Stadtkirche, gotische Basilika des 13./14.-15. Jahrhunderts.

Die 804 erstmals erwähnte Martinskirche war ein Ausgangspunkt der Christianisierung auf der Alb und besaß bis in das späte Mittelalter einen bedeutenden Pfarrsprengel. Seit 1817 Dekanatskirche.
Die Lage auf einem Geländesporn über dem Marktplatz und der Salzgasse entspricht vermutlich dem ältesten Siedlungskern Münsingens. Auf dem Kirchplatz befand sich bis in das 16. Jahrhundert der Friedhof der Pfarrei. Das schlichte, flachgedeckte Langhaus von ca. 1300 und der spätgotische Chor von 1495/1498 entstanden an Stelle eines älteren Kirchenbaus.
1534 wurde in Münsingen wie im gesamten Herzogtum Württemberg die Reformation eingeführt. Im Innenraum entstanden die Deckenbemalung des Langhauses, die Kanzel und das Orgelgehäuse in nachreformatorischer Zeit. Heute noch vorhandene mittelalterliche Ausstattungsstücke (Altarkreuz, Taufstein, Plastiken) stammen aus der Stefanuskirche in Gruorn. 1887 erhielt die Kirche einen neugotischen Turmhelm nach einem Entwurf von Christian Friedrich von Leins.
Die Kirche ist täglich von 9.00-18.00 Uhr über den Südeingang zugänglich.

Salzgasse 16 - Alte Stadtschreiberei und Realschule

Fachwerkhaus des späten 17. Jahrhunderts. Zunächst Stadt- und Amtsschreiberei, nach der Neuordnung des württembergischen Staates im 19. Jahrhundert (Trennung von Justiz und Verwaltung) Sitz des Königlichen Amtsgerichts Münsingen (bis 1849), schließlich 1874-1912 Realschule. Seither Wohn- und Geschäftshaus.

Das Gebäude entstand nach dem Stadtbrand von 1671 an Stelle von wenigstens zwei abgebrannten Gebäuden. Der Wiederaufbau der Häuserzeile in der Salzgasse geschah nach Anweisungen des herzoglichen Baumeisters Matthias Weiß (1636-1707). 1778 wurde das Gebäude nach Westen erweitert. Die damals verwendeten schlechteren Bauhölzer ließen, anders als am älteren Teil des Hauses, eine Erhaltung der Fachwerksubstanz nicht zu.
Denkmalgerechte Sanierung des Gebäudes in den Jahren 2004-2005.

Salzgasse 19, Zehntscheuerweg 11 - Fruchkasten und Zehntscheuer

Zahntscheuer

Gebäudeensemble des 17.-19. Jahrhunderts. Im östlichen Teil an die Stadtmauer angelehnt, entstand hier im Mittelalter die 1454 erstmals erwähnte Zehntscheuer (Gebäude Zehntscheuerweg 11). Der um 1580 nördlich davon errichtete Stiftspflegefruchtkasten (Salzgasse 19) diente ebenso wie die Zehntscheuer der Lagerung von Getreideabgaben der Bauern in Stadt und Amt. Der Unterschied: die Stiftspflege fasste nach der Reformation Vermögen und Einkünfte der Martinskirche zusammen. Der Getreidezehnt (= zehnter Teil der Ernte) hingegen war ursprünglich zwar ebenfalls eine Abgabe an die Ortskirchen, in Münsingen jedoch gehörte er am Ende des Mittelalters dem weltlichen Stadtherrn.

Zerstörung beider Gebäude im Stadtbrand 1671, anschließend Wiederaufbau. 2002 Sanierung und Schaffung des ‚Bürgerhauses Zehntscheuer‘ mit Räumen für die Stadtbücherei, Kunstausstellungen, Theater und Veranstaltungen. Die ‚Ausstellung Max Kommerell‘ im 1. Stock informiert über den 1902 in Münsingen geborenen Dichter und Literaturwissenschaftler.

Hauptstr. 47 - Alte Post

Fachwerkhaus des 16.-19. Jahrhunderts. Die Bauinschrift am südöstlichen Pfosten des 1. Stocks belegt die Errichtung des Hauses im Jahr 1558. Der nach originaler Vorlage gefertigte Ausleger weist auf die lange Tradition als Gasthaus und als Poststation der Oberamtsstadt Münsingen hin.

In dem um 1700 erstmals als Herberge erwähnten Gasthaus zum ‚Hirsch‘ wurde nach dem Bau der Straße Münsingen-Ehingen 1814 die Poststation eingerichtet Das Gebäude bot sich dafür durch seine Lage an der Hauptstraße und gegenüber der Oberamtsverwaltung im Schlosshof an. Stallungen und Pferde standen für die Reisenden bereit. Zuvor befand sich die Post für wenige Jahre im Gasthaus ‚Krone‘ (Bühl 1). Während der Doppelnutzung als Poststation (bis 1889) und Gastwirtschaft erfolgte auch die heute noch sichtbare Erweiterung nach Westen mit Walmdach.
1985 konnte der drohende Abriss des Gebäudes durch eine umfassende Sanierung abgewendet werden.

Schlosshof

Gebäudeensemble des 14.-19. Jahrhunderts. Der Schlosshof an der Südostecke der Altstadt Münsingens war die herrschaftliche Zitadelle in der gräflich württembergischen Stadt. In die Stadtmauer wurde die Stadtburg aber erst im 15. Jahrhundert einbezogen.

Der älteste Teil ist am Gebäude Schlosshof 1 (Außenstelle Landratsamt) erhalten. Ein Rundturm mit Schießscharten entstand im 14. Jahrhundert, der Fachwerkaufsatz erst im 17.-18. Jahrhundert. Das benachbarte ‚Altes Schloss‘ genannte Gebäude Schlosshof 2 wurde – vielleicht an Stelle eines älteren Gebäudes – 1483/85 errichtet. Eine jetzt zugemauerte Pforte an der Westwand ermöglichte einst den Zugang zum Wehrgang der Stadtmauer. Dieser mittelalterliche Kernbestand wurde im 16. Jahrhundert durch die Errichtung des Marstalls, des späteren kleinen Fruchtkastens, erweitert (Schlosshof 4, heute Kreisforstamt). Im 19. Jahrhundert kamen Kameralamt (Beim Oberen Tor 2) und Amtsgericht (Schlosshof 3) hinzu. Zu diesem Behördenensemble der Oberamtsstadt gehörten außerdem die Alte Post (Hauptstr. 47) und das Evangelische Dekanatamt (Karlstr. 30).
Das Gebäude Schlosshof 1 war wohl stets Wohnung des württembergischen Amtmanns und Verwaltungssitz des Amts Münsingen. Das ‚Alte Schloss‘ hingegen diente der Lagerung herrschaftlicher Getreideeinnahmen. Eine zusätzliche repräsentative Nutzung ist jedoch nicht ausgeschlossen. Eine Tafel erinnert an das wichtigste Ereignis der mittelalterlichen Geschichte der Stadt, den Abschluss des Münsinger Vertrages vom 14. Dezember 1482.
Im 2. Stock befindet sich das Heimatmuseum mit reichhaltiger Sammlung zur Kultur und Geschichte der Münsinger Alb.

Beim Oberen Tor

Der Straßenname erinnert an das frühere Obere oder Auinger Tor. Es war eines der beiden Tortürme Münsingens, daneben gab es nur noch kleinere Mauerdurchlässe. Dieses Obere Tor entstand im 15. Jahrhundert mit der spätmittelalterlichen Stadterweiterung nach Süden und wurde 1829 bei der Korrektur der Hauptstraße abgebrochen.

Vor der mittelalterlichen Stadtgrenze entstand 1798 auf dem ehemaligen Stadtgraben das Gebäude Beim Oberen Tor 2. Ursprünglich Gastwirtschaft zum Waldhorn, erwarb es der Staat 1811 und richtete hier das Kameralamt für das Oberamt Münsingen ein. Heute ist es Außenstelle des Finanzamts Bad Urach.

Kirchplatz 3 - Ehemalige Stadtschule

Fachwerkhaus des 17.-18. Jahrhunderts. Vormals Haus der Münsinger Jakobspfründe, damit Wohnhaus des Kaplans am Jakobusaltar in der mittelalterlichen Martinskirche. 1537, nach Einzug des kirchlichen Vermögens in der Reformation, der Stadt als Schulhaus überlassen. Seit dieser Zeit im Erdgeschoß die ‚Deutsche Schule‘ und im 1. Stock bis 1874 die ‚Lateinschule‘ (diese bereits 1470 erwähnt). Nach der endgültigen Aufgabe als Schulhaus (1890) bis 1944 Nutzung als Kindergarten.

Das Gebäude wurde nach dem Stadtbrand von 1671 erneuert. Zur Salzgasse hin mächtige Eichenbalkenpfosten, die vielleicht mit dem 1650 hier erwähnten Salzhaus in Verbindung standen.

Stadtmauer in der Hauptschule

Der Mauerring mit den zwei Tortürmen war das weithin sichtbare Zeichen der mittelalterlichen Stadt Münsingen. Er entstand mit der Stadterhebung im 14. Jahrhundert und wurde am Ende des Mittelalters nach Süden durch Einbeziehung des Bühl erweitert.

Die Stadtmauer wurde im Lauf des 19. Jahrhunderts weitgehend abgetragen, so erfolgte der Abbruch der beiden Tortürme 1829. Der Mauerring überdauerte den Abbruch überall da, wo er in Häusern eingebaut war, in diesem Fall an einem 2005 abgebrochenen Gebäude. Ein weiterer Mauerrest ist in der benachbarten Fachwerkscheune sichtbar.
Der originale Mauerbefund hat sich lediglich bis zum Fuß des Wehrgangs erhalten. Brüstung und hölzerne Teile wurden 2005-2006 ergänzt.
Daneben, im Bereich der Hauptstraße, befand sich einst das ‚kleine Törle‘, eine Pforte in der Stadtmauer, durch die man zur alten Buttenhausener Straße (heute: Wolfgartenstraße) gelangte. Außerdem war hier ein Durchlass für den ‚Stadtbach‘, Münsingens schon seit dem Mittelalter genutzter Abwasserkanal. Vor dem Tor befand sich die ‚Rosswette‘, zu Beginn des 19. Jahrhunderts zum Reservoir für Löschwasser („Feuersee“) erweitert.

Beim Unteren Tor 7 - Ehemaliger Gasthof zum Ochsen

Barockes Fachwerkhaus des17. Jahrhunderts. Der Münsinger Marktplatz war um 1900 umgeben von sieben Wirtschaften. Der ‚Goldene Ochsen‘ zählte stets zu den wohlhabenden Häusern und besaß im 18. und 19. Jahrhundert eine eigene Brauerei sowie am Ortsrand eine Malzmühle. 1841 richtete Ochsenwirt Bosch einen pferdebespannten „Omnibus“-Verkehr zwischen Stuttgart und Friedrichshafen ein.

Eine Bauinschrift am linken Pfosten des ersten Stockwerks belegt das Erbauungsjahr 1629.
1988 umfassende Sanierung mit anschließender gemischter Wohn- und Gewerbenutzung.
Am Gebäude: Schmiedeeiserner Ausleger mit dem Zunftzeichen der Bäcker, originalgetreue Nachbildung nach einer Vorlage des frühen 19. Jahrhunderts. An der abgeschrägten Gebäudeecke im Erdgeschoß ist die bis 1942 gültige Hausnummer 178 noch sichtbar.

Stadtmauer auf dem Bühl

An zwei Stellen wurde nach Hausabbrüchen die mittelalterliche Stadtmauer auf dem Bühl wieder sichtbar. Hier befand sich das Armenhaus, gleichzeitig eine der städtischen Feuerhütten. Nur an dieser südlichen Seite besaß die Münsinger Stadtbefestigung einen doppelten Mauerring. Von der äußeren (Zwinger-) Mauer, die sich an Stelle der Häuser entlang der Karlstraße befand, ist nichts erhalten.

Die Unterhaltung der Stadtmauer gehörte zu den Pflichten der Münsinger Einwohner und der württembergischen Untertanen in den umliegenden Dörfern. Diese hatten andererseits das Recht, sich hier bei Gefahr mit Hab und Gut in Sicherheit zu bringen.
Der Bühl war wegen seiner Randlage auch ein Wohnort der Hafner (Töpfer). Wegen der Feuergefährlichkeit der Brennöfen bot sich der Platz an der Stadtmauer an. Auch ein Backhaus wurde aus diesem Grund auf dem Bühl gebaut. Die Münsinger Hafner, schon im ausgehenden Mittelalter belegt, versorgten die Region mit der typischen, braun und gelb glasierten einfachen irdenen Ware.

Im kleinen Öschle“ hieß einst die Flur zwischen der Landstraße nach Ehingen und dem Weg nach Auingen. 1935 entdeckte man beim Bau einer Wasserleitung, dass es sich um uraltes Siedlungsland handelt. An der Grenze zur Auinger Markung, fand sich ein keltisches Grab der Latènezeit aus dem 3./2. Jahrhundert v. Chr. mit reichen Beigaben.  Im Ersten Weltkrieg entstand hier wegen der Nähe zum 1895 gegründeten Truppenübungsplatz das Neue Lager, das zunächst der Aufstellung von Reserve-verbänden des Feldheeres diente. Es bestand großenteils aus Holzbaracken mit Ausnahme des repräsentativen Stabsgebäudes, in dem 1929 die Münsinger Jugendherberge des Schwäbischen Albvereins eingerichtet wurde.
 
Das Neue Lager stand nach neuerlicher militärischer Nutzung zwischen 1945 und ca. 1950 unter Verwaltung der Vereinten Nationen. „Displaced Persons“, vorwiegend Polen, Ukrainer und Ungarn, die durch Krieg und NS-Gewaltherrschaft heimatlos geworden waren, fanden hier bis zu ihrer Auswanderung eine Heimstatt.  1958 zog die Bundeswehr in das Neue Lager ein. In den Jahren 1963-1965 wurden die vorhandenen Baracken abgerissen und neue Unterkunfts- und Versorgungsgebäude errichtet, die dann im Jahr 1965 eingeweiht wurden. Die Kaserne erhielt den Namen „Herzog-Albrecht-Kaserne“, benannt nach dem württembergischen General des Ersten Weltkriegs, Herzog Albrecht von Württemberg (1865-1939).
 
Die an den Drahtgeflechten (Gabionen) angebrachten Wappen zeigen die 1958-2004 in Münsingen stationierten Einheiten:
 entstand gegenüber der damaligen Kaserne das Bundeswehrhallenbad, das heute im Eigentum der Stadt Münsingen steht.  Die Strukturreform der Bundeswehr nach der Wiedervereinigung Deutschlands führte 2004 zur Auflösung der Garnison und zum 31.12.2005 auch des Truppenübungsplatzes Münsingen. Die Stadt Münsingen erwarb das Kasernenareal, und der Gemeinderat beschloss, ein Wohngebiet mit rund 190 preiswerten Bauplätzen zu schaffen.

  • Panzerbataillon 310 (303) 1958-1961
  • Panzerbataillon 304 (293) 1961-1981
  • Panzerbataillon 283 1976-1992
  • Fallschirmpanzerabwehrbataillon 283 1992-1996
  • Panzerartilleriebataillon 285 1976-2004

1977-1978 entstand gegenüber der damaligen Kaserne das Bundeswehrhallenbad, das heute im Eigentum der Stadt Münsingen steht.  Die Strukturreform der Bundeswehr nach der Wiedervereinigung Deutschlands führte 2004 zur Auflösung der Garnison und zum 31.12.2005 auch des Truppenübungsplatzes Münsingen. Die Stadt Münsingen erwarb das Kasernenareal, und der Gemeinderat beschloss, ein Wohngebiet mit rund 190 preiswerten Bauplätzen zu schaffen.

Parksiedlung (ehemalige Herzog-Albrecht Kaserne)

Im kleinen Öschle“ hieß einst die Flur zwischen der Landstraße nach Ehingen und dem Weg nach Auingen. 1935 entdeckte man beim Bau einer Wasserleitung, dass es sich um uraltes Siedlungsland handelt. An der Grenze zur Auinger Markung, fand sich ein keltisches Grab der Latènezeit aus dem 3./2. Jahrhundert v. Chr. mit reichen Beigaben.  Im Ersten Weltkrieg entstand hier wegen der Nähe zum 1895 gegründeten Truppenübungsplatz das Neue Lager, das zunächst der Aufstellung von Reserve-verbänden des Feldheeres diente. Es bestand großenteils aus Holzbaracken mit Ausnahme des repräsentativen Stabsgebäudes, in dem 1929 die Münsinger Jugendherberge des Schwäbischen Albvereins eingerichtet wurde.
 
Das Neue Lager stand nach neuerlicher militärischer Nutzung zwischen 1945 und ca. 1950 unter Verwaltung der Vereinten Nationen. „Displaced Persons“, vorwiegend Polen, Ukrainer und Ungarn, die durch Krieg und NS-Gewaltherrschaft heimatlos geworden waren, fanden hier bis zu ihrer Auswanderung eine Heimstatt.  1958 zog die Bundeswehr in das Neue Lager ein. In den Jahren 1963-1965 wurden die vorhandenen Baracken abgerissen und neue Unterkunfts- und Versorgungsgebäude errichtet, die dann im Jahr 1965 eingeweiht wurden. Die Kaserne erhielt den Namen „Herzog-Albrecht-Kaserne“, benannt nach dem württembergischen General des Ersten Weltkriegs, Herzog Albrecht von Württemberg (1865-1939).
 
Die an den Drahtgeflechten (Gabionen) angebrachten Wappen zeigen die 1958-2004 in Münsingen stationierten Einheiten:
 entstand gegenüber der damaligen Kaserne das Bundeswehrhallenbad, das heute im Eigentum der Stadt Münsingen steht.  Die Strukturreform der Bundeswehr nach der Wiedervereinigung Deutschlands führte 2004 zur Auflösung der Garnison und zum 31.12.2005 auch des Truppenübungsplatzes Münsingen. Die Stadt Münsingen erwarb das Kasernenareal, und der Gemeinderat beschloss, ein Wohngebiet mit rund 190 preiswerten Bauplätzen zu schaffen.

  • Panzerbataillon 310 (303) 1958-1961
  • Panzerbataillon 304 (293) 1961-1981
  • Panzerbataillon 283 1976-1992
  • Fallschirmpanzerabwehrbataillon 283 1992-1996
  • Panzerartilleriebataillon 285 1976-2004

1977-1978 entstand gegenüber der damaligen Kaserne das Bundeswehrhallenbad, das heute im Eigentum der Stadt Münsingen steht.  Die Strukturreform der Bundeswehr nach der Wiedervereinigung Deutschlands führte 2004 zur Auflösung der Garnison und zum 31.12.2005 auch des Truppenübungsplatzes Münsingen. Die Stadt Münsingen erwarb das Kasernenareal, und der Gemeinderat beschloss, ein Wohngebiet mit rund 190 preiswerten Bauplätzen zu schaffen.

Schulzentrum Schillerstraße

1954-1956 errichtetes Schulgebäude nach Plänen von Fritz Schäuffele. Teil des Münsinger Schulzentrums mit Kreislandwirtschaftsschule (errichtet 1953), Grund- und Hauptschule (Schillerschule mit Erweiterungsbauten) und Realschule.
Die beiden Gebäude der 1950er Jahre entstanden als erste Münsinger Schulen nach dem Krieg. Ein Architektenwettbewerb sollte für die wachsende Gemeinde eine angemessene und großzügige Lösung der Schulraumnot ermöglichen. Die damalige Landwirtschaftsschule mit Landwirtschaftsamt und die Schillerschule (Schillerstr. 38-40) wurden von dem jungen Münsinger Architekten Fritz Schäuffele (1927-1961) geplant. Die weitgehend original erhaltenen Gebäude sind heute als qualitativ bemerkenswerte, zeittypische Schulbaulösungen ausgewiesene Denkmale.
Fritz Schäuffele war von seinem Lehrer Richard Döcker (1894-1968) beeinflusst, einem hervorragenden Vertreter der Stuttgarter Bauschule. In Formgebung und Material zeigen sich deren Forderungen nach Funktionalität, Klarheit und Leichtigkeit beim Bauen. Bei der Landwirtschaftsschule wurde bereits mit Eisenbeton gearbeitet, vor allem die Schillerschule zeigt an der Südseite eine großzügige Verglasung. Farblich abgestufte Putzflächen und Fensterunterteilungen gliedern die Gebäude. Versetzte Baukörper und aus der Symmetrieachse verschobene Firstlinien dokumentieren den Abschied vom überkommenen Bauen der 1940er Jahre. Die denkmalgerechte Sanierung (2007) stellte die ursprüngliche Farbgebung wieder her.
Wachsende Schülerzahlen sowie die Bildung einer Nachbarschaftsschule in Münsingen machten Erweiterungsbauten notwendig. 1963-1964 entstand der jetzige ‚Gebrüder-Grimmbau‘, 1968-1969 der ‚Goethebau‘. Die Schillerschule ist heute Hauptschule mit Werkrealschule. Die benachbarte Gustav-Mesmer-Realschule entstand 1973-1974 (Architekt: Rudolf Brändle, Münsingen) und erhielt 1993 einen Erweiterungsbau (Architekt: Hans Weible, Münsingen).